Podiumsdisskussion: Zur Inszenierung von Protest und Widerstand

2015_Sense-of-DoubtIm Rahmen der wissenschaftlich-künstlerischen Veranstaltungsreihe „Sense of Doubt. Wider das Vergessen“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ bestreiten Nicole Deitelhoff und Christopher Daase diesen Mittwoch, den 16. September um 20 Uhr eine Podiumsdiskussion zur „Inszenierung von Protest und Widerstand“, zusammen mit dem Filmemacher Marcel Seehuber (hier mehr zu seinem aktuellen Filmprojekt „Projekt A“ über anarchistische Projekte in Europa).

Ort: Foyer des Museum Angewandte Kunst Frankfurt, Schaumainkai 17.

Der Eintritt ist frei.

Das Kunstprojekt „Sense of Doubt“ des Excellenzclusters, dass sich mit der Videokunstausstellung „memórias inapagáveis“ sowie zahlreichen Vorträgen und Führungen mit Erinnerung, machtvollen Erzählungen und (notwendigen) Zweifeln an ihnen auseinandersetzt, läuft in Zusammenarbeit mit dem Museum Angewandte Kunst Frankfurt noch bis zum 11. Oktober. Mehr Informationen und das vollständige Programm finden Sie hier.

Sammelband: Interdisziplinäre Perspektiven auf den Islamischen Staat

Unter dem Titel „Kalifat des Terrors. Interdisziplinäre Perspektiven auf den Islamischen Staat“  haben Janusz Biene aus dem Teilprojekt „Transnationale Eskalationsmechanismen gewaltsamer Dissidenz“ und Martin Schmetz vom Sicherheitspolitik-Blog einen Band zum Islamischen Staat herausgebracht.

Kalifat des Terrors Islamischer Staat

Angesichts des ungebremsten Zulaufs von IS-Rekruten aus Deutschland und Europa einerseits und den deutlichen Anzeichen für eine wachsende Islamophobie hierzulande andererseits, ist unser Wissen über das Phänomen des Islamischen Staats zu plakativ und zu wenig fundiert. Dieses Buch beleuchtet, aufbauend auf einem im Frühjahr 2015 veröffentlichten Blogforum des Sicherheitspolitik-Blogs, in gut verdaulichen Beiträgen blinde Flecken im öffentlichen, politischen und wissenschaftlichen Diskurs, vertieft bereits bekannte Aspekte und bricht vermeintliche Gewissheiten auf. Ziel ist, den Diskurs über den Islamischen Staat konstruktiv zu prägen. Dieser Aufgabe haben sich Expertinnen und Experten unterschiedlicher Disziplinen der Wissenschaft, öffentlichen und privaten Sicherheitsinstitutionen, Entwicklungszusammenarbeit und Deradikalisierungspraxis verschrieben.

Das E-Book kann über Epubli als gedrucktes Buch zum Preis von 9,99 € erworben werden. Des Weiteren kann es über die Webseite des Sicherheitspolitik-Blogs an der Goethe-Universität Frankfurt kostenlos heruntergeladen werden: http://www.sicherheitspolitik-blog.de/buecher/.

PVS-Forum: Jenseits der Anarchie

In neuen Heft der Politischen Vierteljahresschrift, Ausgabe 2/2015, bestreiten Christopher Daase und Nicole Deitelhoff zusammen mit Michael Zürn ein Forum zu Herrschaft in den internationalen Beziehungen. Unter dem Titel Jenseits der Anarchie: Widerstand und Herrschaft im internationalen System (hier in der Nomos E-Library) zeigen Daase/ Deitelhoff, wie die Anarchieproblematik der IB einer neuen „Herrschaftsproblematik“ gewichen ist, von weniger offensichtlichen Herrschaftsbeziehungen im internationalen System, die am besten über den Widerstand erfasst werden können. Zürn argumentiert in seinem Beitrag Jenseits der Anarchie: Autorität und Herrschaft in der Global Governance (hier) herrschaftssoziologisch grundiert dagegen, dass sich internationale Herrschaft gerade nicht über den Widerstand, sondern die freiwillige Befolgung erschließt. Besonders eingeübte Formen der (reflexiven) Autorität lassen sich, so Zürn, so besser erfassen und kritisieren.

CfP: Leviathan-Sonderheft zu Protest

Call for Contributions zu einem Sonderheft des Leviathan. Berliner Zeitschrift für Sozialwissenschaft 

Protest in Bewegung? Zum Wandel von Bedingungen, Formen und Effekten politischen Protests 

GastherausgeberInnen: Priska Daphi (Goethe Universität Frankfurt), Nicole Deitelhoff (Goethe Universität Frankfurt), Dieter Rucht (Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung) und Simon Teune (Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und TU Berlin)

Der CfP als pdf-Datei hier.

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Zwei Dissidenz-Panels auf der ISA

Auf der Annual Convention 2015 der International Studies Association in New Orleans sind derzeit zwei Projekte aus dem Dissidenz-Zusammenhang mit eigens organisierten Panels vertreten.

Auf dem Panel „What Resistance?: Rethinking Manifestations And
Conceptualizations Of Opposition And Dissidence“ (TB22, Donnerstag 10.30 Uhr, Chair: Julia Grauvogel, Hamburg; Discussant: Louiza Odysseos, Sussex), gesponsert von den Sektionen ‚International Political Sociology‘ und ‚Global Development‘, wird neben Hendrik Huells (Lüneburg), Kandida Iris Purnell (Aberdeen), David Betge (Berlin) und Caitlin M. Ryan (Ohio) unser Kollege Janusz Biene aus dem Projekt zu Transnationalen Eskalationsmechanismen gewaltsamer Dissidenz einen Vortrag zum Thema „Towards a Theory of Transcalation Transnational Escalation Mechanisms of Violent Dissidence“ halten.

Außerdem wird auf einem Panel zu „Post-National Rule and the Policing of Space“ (SA34, Samstag 8.15 Uhr, Chair: Mathias Albert, Bielefeld; Discussant: Yale H. Ferguson, Rutgers), gesponsert von den Sektionen ‚International Political Sociology‘, ‚Political Demography and Geography‘ und dem Theme ‚Global IR and Regional Worlds: A New Agenda for International Politics‘ unser Kollege Philip Wallmeier aus dem Projekt zur Transnationalisierung von Herrschaft und Widerstand einen Vortrag zum Thema „The Constitution of Rule in Political Spaces beyond the Nation-State“ halten, neben anderen Vorträgen von Carlos Encina (Stony Brook), Frauke Surmann (Berlin), Stephan Scheel (Goldsmiths) und Gilberto J. Algar-Faria (Bristol).

Das vollständige Programm gibt es hier. Wir freuen uns darauf, Sie auf der ISA zu sehen!

 

 

 

Blogforum zum Islamischen Staat

Blogfokus IS LogoUnter dem Titel „Kalifat des Terrors: Interdisziplinäre Perspektiven auf den Islamischen Staat“ ist heute eine von Janusz Biene aus dem Teilprojekt „Transnationale Eskalationsmechanismen gewaltsamer Dissidenz“  organisiertes Blogforum als Artikelserie im Sicherheitspolitik-Blog gestartet. Über die kommenden Wochen werden insgesamt 25 fachkundige  Autor_innen aus unterschiedlichen Perspektiven die dynamische Entwicklung des Islamischen Staates (IS), seine Entstehungsbedingungen, seine Ideologie, und politische Interventionsmöglichkeiten beleuchten und (auch mit Leser_innen) diskutieren.

Zum Blogforum geht es hier entlang:

http://www.sicherheitspolitik-blog.de/fokus/blogforum-kalifat-des-terrors-interdisziplinaere-perspektiven-auf-den-islamischen-staat/

sicherheitspolitik-blog.de

CfP EISA section 35 „Political Violence and Resistance“

Call for papers and panels for EISA section 35 „Political Violence and Resistance“

We would like to invite submissions of individual paper or of panel proposals for a section on „Political Violence and Resistance“ at the 9th Pan-European Conference on International Relations organized by the European International Studies Association, to be held from 23-26 September 2015, in Giardini Naxos, Sicily.

Section convenors:

Nicole Deitelhoff, Goethe University Frankfurt, nicole.deitelhoff@normativeorders.net

Donatellea della Porta, European University Institute Florence, donatella.dellaporta@eui.eu

Section Outline

The resort to political violence and resistance is tackled in diverse fields of study and from various disciplinary angles, among them prominently social movement research and security studies in International Relations. Still, cross-fertilization between these different perspectives is in its infancy. As a consequence, the meaning of political violence (or of resistance for that matter) varies significantly across study fields and effectively hampers comparative analyses across fields. Such analyses are essential to better understand what triggers political violence in the first place and how different causes interact to bring about violence, including reactions to resistance, competition among resistance groups, social milieus or specific trans- and international dynamics. Similarly, the consequences of political violence in political struggles need to be better understood. When is the resort to political violence an effective means of resistance? And who defines political acts as violence in the first place?

The section aims to further cross-fertilization by bringing together scholars from political sociology, history and International Relations to discuss the meaning, causes and consequences of political violence and resistance.

We invite conceptual and empirical contributions to the following but also related issues:

Political violence in different disciplines and settings

This panel’s aim is to illuminate the different concepts and empirical forms of political violence across fields, ranging from transnational social movements to clandestine groups such as terrorist cells or rebel groups.

Radicalization and violence

Radicalization has become a central topic of political debates on resistance and political violence lately. However, its meaning is widely contested as is its relationship to political violence. Is violence inherent to radicalization or is it just one potential dimension? Does radicalization only affect the level of political means or equally of political ends? The panel aims to highlight different understandings of radicalization and their implications for political strategies in response to resistance.

Who goes first:  Interaction between resistance and authorities

Resistance groups often claim that their use of violence is a necessary reaction to the form of repression they have experienced by political authorities. The panel investigates into the relationship between resistance and repression across different constellations, ranging from policing strategies vis a vis transnational protest movements to local repression by state authorities.

Transnational dynamics of resistance

While the whole section focuses on forms of trans- or international resistance, this panel wants to shed light on the specific role of transnational dynamics for political violence. Specifically, it aims to analyze whether different forms of transnational cooperation between resistance groups or between resistance groups and state sponsors make it more or less likely for these groups to resort to forms of political violence.

Radicalization and de-radicalization

While radicalization is the catchword of political discourses on resistance and political violence, de- radicalization is often missing in the picture. Do the same factors that account for radicalization also explain de-radicalization or does this constitute a different causal path? The panel invites conceptual and empirical contributions from different fields to uncover the relationship between these two pathways.

All proposals have to be submitted via ConfTool by January 15, 2015. 

For information on the submission procedures and all other technicalities please consult: http://www.paneuropeanconference.org/2015/spage.php?s=9

For all other questions feel free to contact the section convenors directly.

 

 

Report zu Generika und „Ordnungswandel durch Umkehrung einer Normenhierarchie“

Als ein erstes Ergebnis aus dem Teilprojekt „Schurken, Outlaws und Pariahs: Dissidenz zwischen Delegitimierung und Rechtfertigung“ unter Leitung von Klaus Dieter Wolf und Harald Müller an der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung ist ein HSFK-Report (Nr. 5/2014) zu

„Ordnungswandel durch Umkehrung einer Normenhierarchie. Der Schutz geistigen Eigentums und das Recht auf Gesundheit“

erschienen. Die Autor_innen Saskia Scholz und Klaus Dieter Wolf untersuchen darin, wie die Pharmaindustrie jahrelang die Herstellung von Generika massiv erschwerte und damit den Zugang vor allem für Menschen in der Dritten Welt zu dringend benötigten Arzneimitteln behindern konnte. Sie berief sich dabei auf den Schutz geistigen Eigentums, der im TRIPS-Abkommen von 1994 umfassend geregelt ist. Doch aufstrebenden Nationen gelang es, zusammen mit zivilgesellschaftlichen Bündnispartnern, auf eine Lockerung der Patentschutzrechte zugunsten des Rechts auf Gesundheit hinzuwirken und damit eine komplette Umkehrung der Normenhierarchie herbeizuführen. Die Autoren analysieren diese Entwicklung und leiten daraus Empfehlungen ab, wie in Zukunft Norm- und Ordnungswandel erfolgreich herbeigeführt werden kann.

Das Working Paper ist auf der Homepage der HSFK frei herunterladbar.

 

 

Filmvorführung und Diskussion: Varieties of Anarchism

Die ForschungsgruppePoster.final-001 Internationale Dissidenz und der Exzellenzcluster Normative Orders haben am 7. August zu der Veranstaltung „Varieties of Anarchism: Anarchist Projects and the Struggles that Define them“ eingealden. Es wurde der Film „Projekt A: Kartoffeln, Widerstand und Anarchie“ gezeigt. Anschließend hielt Prof. Lucien van der Walt (Rhodes University, Südafrika) einen Vortrag zur historischen Einordnung anarchistischer Bewegungen und deren Unterschieden. In einer anschließenden Diskussion bestand die Möglichkeit zusammen mit dem Regisseur Marcel Seehuber den Film sowie die Unterschiede und Gemeinsamkeiten historischer und moderner anarchischer Projekte zu diskutieren.

Die Veranstaltung fand im Rahmen der GU 100 Jubiläumsfeierlichkeiten zum hundertjährigen Bestehen der Goethe-Universität Frankfurt am Main statt.

Bildergalerie:

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Prof. Dr. Nicole Deitelhoff

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Prof. Lucien van der Walt

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Prof. Lucien van der Walt, Prof. Dr. Nicole Deitelhoff und Marcel Seehuber

Dissidenz-Panels bei WISC 2014

Bei der 4. Global International Studies Conference des World International Studies Committee (WISC), die vom 6. – 9. August 2014 in Frankfurt stattfindet, wird es drei organisierte Panels der Forschungsgruppe Internationale Dissidenz geben.

Die drei zusammenhängenden Panels zu Herrschaft und Widerstand jenseits des Nationalstaates sind von Ben Kamis, Jannik Pfister sowie Janusz Biene, Daniel Kaiser und Holger Marcks organisiert und behandeln die Themen „Depoliticized Rule in Transnationalizing Governance“ (Chair: Ben Kamis), „Rule by Definition: How International Authority is Encoded into Normative Language and Concepts“ (Chair: Jannik Pfister) und „Transnational Dimensions of Violent Dissidence“ (Chair: Christopher Daase).

Neben den Organisatoren präsentieren und diskutieren: Christian Volk (Universität Trier), Regina Hack (Goethe-Universität Frankfurt), Isabel Rocha de Siquiera (King’s College London), Sebastian Schindler (Goethe-Universität Frankfurt), Juha Antero Vuori (University of Turku), Claudia Baumgart-Ochse (HSFK, Frankfurt), Benjamin Wilhelm (Universität Erfurt), Svenja Gertheiss und Carmen Wunderlich (HSFK, Frankfurt), Priska Daphi (Goethe-Universität Frankfurt), Lucien van der Walt (Rhodes University), Carolin Goerzig (Virginia Commonwealth University) und Jérôme Drevon (Durham University).

Zudem stellen Lisbeth Zimmermann und Nicole Deitelhoff im Panel „Norm anti-preneurs and the Laws of War“ (Chair: Alan Brian Bloomfield) einen Beitrag zum Thema des Widerstandes gegenüber der Responsibility to Protect vor und Christopher Daase untersucht die Theorie des gerechten Krieges aus historischer Perspektive im Panel „Justice and Just War Theory“ (Chair: Simone Wisotzki).

Weitere Informationen zur Konferenz finden Sie unter www.wisc2014.uni-frankfurt.de.