TP 2: Transnationale Eskalationsmechanismen gewaltsamer Dissidenz

Gewaltsame Dissidenz unterliegt spezifischen Dynamiken. Weder die Rote Armee Fraktion (RAF) noch Al-Qaida – um nur zwei prominente Beispiele zu nennen – haben als Terrorgruppen angefangen, sondern sind schrittweise zu Terrorgruppen geworden. Dabei ist der Übergang von gewaltloser zu gewaltsamer Dissidenz fließend. Häufig lässt sich eine Entwicklung von politischem Widerstand über Guerillakriegführung bis zum Terrorismus beobachten. Dieser Prozess kann als eine doppelte Eskalation beschrieben werden: als vertikale Eskalation, bei der die Gewaltmittel verschärft und zunehmend Regeln der Konfliktaustragung gebrochen werden, und als horizontale Eskalation, wobei sich der geographische Aktionsradius der Gruppe erweitert. Die Ursachen und Mechanismen dieser Eskalation sind bislang kaum erforscht.

Das Teilprojekt untersucht vergleichend – anhand von historischen und aktuellen Fällen – die Eskalationsmechanismen politischer Gewalt. Dabei steht die transnationale Kooperation nicht-staatlicher Gruppen im Zentrum, von der angenommen wird, dass sie die Opportunitätsstrukturen dissidenter Akteure so verändert, dass eine Eskalation der Gewalt möglich wird. Ziel ist es, die Bedeutung transnationaler Kooperation für die strategischen Entscheidungen dissidenter Akteure und den Übergang von radikalem aber gewaltlosem Widerstand zu immer gewaltsameren Formen politischer Dissidenz zu erklären - sowie die Mechanismen zu identifizieren, die zu einer Umkehr dieses Prozesses führen.

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Einzelprojekt gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Beteiligte Personen:

Christopher Daase | Janusz Biene | Daniel Kaiser | Holger Marcks | Julian Junk